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Cases§ CASE / 03

Management-Tool

Wir haben jahrelang Meistertask genutzt – etwa 80 % der Features waren für uns Lärm, die übrigen 20 % passten nie sauber zu unseren 3-Phasen-Briefings. Statt das nächste SaaS zu testen, haben wir ein eigenes Tool gebaut, das genau unseren Workflow abbildet – mit Tutorial-Modus, der neue Mitarbeitende durch ihre ersten Tasks führt.

Branche
Werbe- & Designagentur
Nutzer
12 Mitarbeitende
Projekte
~80 aktiv
Aufbau
8 Wochen
Status
Im Einsatz seit 2026
§ 01Problem

Standard-Tools, in Standard-Form gegossen.

Meistertask, Asana, ClickUp – wir haben sie alle drei intensiv getestet. Der Eindruck war jedes Mal derselbe: das Tool zwingt uns in eine standardisierte Projektlogik (Boards, Lists, simple Status), die unsere 3-Phasen-Briefings (Konzept · Design · Produktion) nicht abbildet.

Besonders schmerzlich war das Onboarding: Neue Mitarbeitende brauchten im Schnitt drei Tage, bis sie sicher wussten, wo welcher Status, welches Feedback, welche Datei hingehört. „Wo finde ich…" war die häufigste Slack-Frage in der ersten Woche – nicht inhaltlich, organisatorisch.

  • 0180 % ungenutzter Features (Gantt, Recurring, Time-Tracking, OKRs)
  • 023-Phasen-Workflow musste in Spalten gepresst werden, die nicht dafür gedacht waren
  • 03Kunden-Feedback lag in einem zweiten Tool – kein gemeinsamer Kontext
  • 04Onboarding kostete ~3 Tage pro Person, größtenteils „Wo-finde-ich"-Klärung
Ich war skeptisch, ob ein eigenes Tool die Mühe wert ist. Heute will niemand mehr zurück. Vor allem die Neuen finden sich am ersten Tag zurecht.
Studio Lead
§ 02Lösung

Workflow zuerst, Tool danach.

Das Tool kennt nur die drei Phasen, die wir wirklich nutzen – Konzept, Design, Produktion – und für jede gibt es eigene Felder, eigene Sichten, eigene Übergaberegeln. Designer:innen sehen andere Spalten als Projektleitung. Kunden-Feedback wird inline am Briefing-Dokument annotiert, nicht in einem separaten Tool gesammelt.

Das Onboarding läuft über einen Tutorial-Modus, der neue Nutzer:innen durch ihre ersten fünf realen Tasks führt – kein Schulungs-PDF, keine Zoom-Session, kein Wiki-Eintrag. Die App selbst erklärt sich beim Tun.

01

3-Phasen-Modell als First-Class-Konzept

Konzept → Design → Produktion ist nicht eine Spalte, sondern die zentrale Achse. Jede Phase mit eigenen Pflichtfeldern und Übergabeprüfungen.

02

Rollenbasierte Sichten

Designer sieht Briefing + offene Designs + Kunden-Notizen. PM sieht Phasen-Übergänge + Deadlines + Ressourcenplanung. Eine Datenbasis, vier Sichten.

03

Inline-Annotationen am Briefing

Kunden-Kommentare hängen direkt an den Stellen im Briefing-Dokument, auf die sie sich beziehen. Kein „bezieht sich auf S. 3, Absatz 2" mehr.

04

Tutorial-Modus auf echten Tasks

Neue Mitarbeitende werden vom System durch ihre ersten fünf realen Tasks geleitet. Kein Spielplatz, keine künstlichen Beispiele – sofort produktiv.

§Phasenplan
W 1–2
Workflow-Mapping
Beobachtung am Schreibtisch, Workshop mit allen Rollen
W 3–4
Datenmodell + UI
Phasen-Schema, Rollen-Matrix, erste Klick-Prototypen
W 5–7
Build
Backend, UI, Tutorial-Engine, Migration aus Meistertask
W 8
Pilotbetrieb
Parallel mit Meistertask, dann harter Wechsel
§ 03Stolpersteine

Was nicht glatt lief.

Ehrlich: Dinge, die nicht auf Anhieb funktioniert haben – und wie wir damit umgegangen sind.

01

Migration aus Meistertask war fummeliger als erwartet

Die Meistertask-Export-Daten enthielten ungenaue Phasen-Zuordnungen, weil Phasen vorher nur über Spalten-Namen abgebildet waren. Wir mussten ~120 Projekte manuell prüfen und neu zuordnen, bevor das neue System sie aufnehmen konnte.

02

Tutorial-Modus war für erfahrene Nutzer im Weg

Anfangs musste jeder durch das Tutorial – auch Leute, die Beta-getestet hatten. Die Lösung: ein „Skip"-Button mit Bestätigungs-Modal („Sicher? Sie sehen sonst die Erklärungen nicht.") und automatisches Überspringen für Konten, die schon 5+ Tasks erledigt haben.

03

Rollen-Sichten produzierten anfangs Lücken

Manche Tasks „verschwanden" für bestimmte Rollen, weil die Übergabe-Regeln zu strikt waren. Wir haben eine zusätzliche „Geteilte Sicht" eingeführt, die alle Rollen-spezifischen Filter aufhebt – als Sicherheitsnetz für Sonderfälle.

§ 04Ergebnis

Wo-finde-ich-Fragen sind verschwunden.

Onboarding-Zeit von drei Tagen auf etwa 30 Minuten. Nach dem ersten erledigten Task arbeiten neue Teammitglieder eigenständig. „Wo finde ich…"-Fragen sind aus dem Slack-Kanal verschwunden – ein verlässlicher Indikator, dass das Tool sich selbst erklärt.

Das Tool wird im Retainer gepflegt – neue Funktionen entstehen genau dort, wo sie der Workflow braucht, nicht weil eine SaaS-Roadmap das vorgibt. Im ersten Jahr vier kleine Erweiterungen, alle aus konkreten Anforderungen geboren.

§ HaupteffektOnboarding-Zeit
−98%
Vorher3 Tage
Nachher~30 min

Zeit von erstem Login bis zum eigenständig erledigten ersten Task. Gemessen über die letzten drei Neueinstellungen.

0
Wo-finde-ich-Fragen
in den ersten 30 Tagen – vorher: ~10 pro Person
~80
Aktive Projekte
gleichzeitig im System
4
Erweiterungen / Jahr
aus dem laufenden Retainer entstanden
§ 05Tech-Stack

Womit das gebaut ist.

  • Web-Anwendung mit Echtzeit-Kollaboration (mehrere Nutzer gleichzeitig)
  • Inline-Kommentare und Annotationen wie in modernen Office-Tools
  • Single-Sign-On – Login mit den bestehenden Firmen-Accounts
  • DSGVO-konformes Hosting in Deutschland
§Nächste Case
04 · Booking · Live

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