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Cases§ CASE / 02

HR-Tool

Eine 12-Personen-Agentur, die ein halbes Dutzend HR-SaaS-Tools getestet hatte und mit keinem warm wurde. Wir haben die Frage umgedreht: warum nicht eine einzelne HTML-Datei, die genau das tut, was wir brauchen – ohne Cloud, ohne Login, ohne Vendor-Lock-in. In vier Wochen entstanden, seither täglich im Einsatz.

Branche
Werbe- & Designagentur
Nutzer
12 Mitarbeitende
Standorte
1 Studio
Aufbau
4 Wochen
Status
Im Einsatz seit 2026
§ 01Problem

Sechs Tools, sechs Mal falsch gepasst.

Über drei Jahre haben wir nacheinander Personio, Crewmeister, Clockify, Toggl, Bob und ein selbstgebasteltes Notion-Setup ausprobiert. Jedes war für sich gut – aber jedes brachte 80 % Funktionsumfang mit, der für eine kleine Agentur Lärm ist, und scheiterte an dem einen Detail, das uns wichtig war.

Die echte Frage war nicht „welches Tool ist das richtige", sondern „warum stellen wir uns nicht eine kleine Lösung hin, die genau passt – ohne Cloud, ohne Login, ohne fremde Roadmap".

  • 01Onboarding-Aufwand pro Tool: 1–3 Tage pro Person, plus laufende Schulung
  • 02Wiederkehrende Datenmigration zwischen Tools – und Datenverlust dazwischen
  • 03Permanent ungenutzte Features (Recruiting-Module, 360°-Feedback, OKR-Tracking)
  • 04Kein Tool ließ sich in Brand-Farben/Wording bringen – fühlte sich immer fremd an
Es ist nicht das beste HR-Tool der Welt. Aber es ist das einzige, das seit einem Jahr ohne Diskussion einfach läuft.
Geschäftsführung
§ 02Lösung

Eine Datei. Mehr nicht.

Eine einzelne HTML-Datei mit JavaScript inline und allen Daten in localStorage. Kein Server, keine Datenbank, keine Login-Maske. Wer das Tool öffnet, sieht sofort den eigenen Stand. Backup ist ein Klick auf „Export JSON".

Gestaltet in Brand-Farben und Wording der Agentur, damit es nicht nach fremder Software aussieht. Aufrufbar über eine eigene Subdomain im Intranet – ein Lesezeichen, immer die aktuelle Version. Funktioniert nach dem ersten Aufruf auch offline und synchronisiert nicht – was für eine 12-Personen-Agentur eher Vorteil als Mangel ist.

01

Zeiterfassung mit Tagesansicht

Kompakter Wochen- und Monatsoverview, manuelle Korrekturen, automatische Pausenabzüge nach Arbeitszeitgesetz.

02

Urlaub und Krankheit per Klick

Kein Antrag, kein Genehmigungs-Workflow – die Geschäftsführung sieht den Plan, Konflikte werden direkt sichtbar.

03

Export für Steuerbüro

Monatlich ein JSON- oder CSV-Export, der direkt im Steuerbüro-Format ankommt. Keine Datev-Schnittstelle nötig.

04

Brand-Integration

Eigene Markenfarben, Wording aus dem Studio-Alltag, eigene Icons. Sieht aus wie unsere Software, nicht wie ein SaaS-Stempel.

§Phasenplan
W 1
Anforderungs-Sprint
Inventur Pain-Points, Feature-Cut auf das Wesentliche
W 2
Konzept & Design
Datenmodell, UI-Entwurf in Brand-Farben, Wording aus dem Studio-Alltag
W 3
Build
Single-File-Prototyp mit echten Daten der ersten Mitarbeitenden
W 4
Rollout
Im Intranet live, Lesezeichen ans Team – kein Onboarding-Termin nötig
§ 03Stolpersteine

Was nicht glatt lief.

Ehrlich: Dinge, die nicht auf Anhieb funktioniert haben – und wie wir damit umgegangen sind.

01

localStorage hat Limits

Bei einigen Browsern lag das Limit pro Origin bei 5 MB. Klingt viel, ist aber bei drei Jahren Verlauf eng. Wir komprimieren jetzt ältere Monate beim Speichern und exportieren regelmäßig – Browser-Storage ist Cache, nicht Backup.

02

Versionierung ohne klassische Auto-Update-Mechanik

Wer öffnet welche Version? Bei einer Single-File-App ohne Backend gibt es kein automatisches Update. Wir haben das mit einer eigenen Subdomain im Intranet gelöst – jede:r ruft die App über ein Lesezeichen auf und bekommt automatisch die aktuelle Version. Plus eine kleine Versions-Anzeige in der App selbst, die warnt, wenn jemand noch eine veraltete Datei lokal gespeichert hat.

03

Kein Multi-User-Sync – beabsichtigt, aber unbequem

Die Geschäftsführung muss Daten manuell zusammenführen, wenn sie eine Quartals-Ansicht braucht. Wir haben einen kleinen „Merge"-Button gebaut, der mehrere Export-JSONs zusammenrechnet – funktioniert, ist aber das einzige Feature, das nach „echter App" aussieht.

§ 04Ergebnis

Tool aufgemacht – produktiv.

Setup-Zeit für neue Teammitglieder: zwei Minuten. Datei öffnen, eigene Initialen eintragen, fertig. Keine Account-Anlage, keine Berechtigungs-Diskussion, keine Schulung.

Das Pattern hat sich danach für uns als Vorlage etabliert: kleine, fokussierte Single-File-Apps für Probleme, die keine echte Server-Lösung rechtfertigen. Vier weitere interne Tools sind nach demselben Muster entstanden.

§ HaupteffektSetup-Zeit pro neue:r Mitarbeiter:in
−99%
Vorher~2 Wochen
Nachher2 min

Vorher: Account-Anlage, Berechtigungs-Diskussion, Tool-Schulung über mehrere SaaS-Lösungen. Nachher: HTML-Datei öffnen, Initialen eintragen.

199 €/mo
Retainer
Kein Lizenzschlüssel – echter Support statt SaaS-Abo
4
Folge-Tools
nach demselben Single-File-Muster entstanden
12
Aktive Nutzer
das gesamte Studio, ohne Onboarding-Backlog
§ 05Tech-Stack

Womit das gebaut ist.

  • Eine einzelne HTML-Datei (kein Server, kein Login, kein Vendor-Lock-in)
  • Speichert ausschließlich lokal im Browser (localStorage)
  • Aufrufbar über eigene Subdomain im Intranet – ein Lesezeichen, immer die aktuelle Version
  • Komplett offline lauffähig – keine Cloud, keine Telemetry
§Nächste Case
03 · Projekt-Management

Management-Tool

Wie Meistertask, aber individuell auf unsere Abläufe zugeschnitten. Keine 80 % ungenutzter Features.